Logo klein

Veröffentlichung 2/2

zurück

Derzeit stehen im Hinblick auf geforderte Eigenschaften des Bl. Spätburgunders aus unserem Hause folgende Zuchtziele im Vordergrund:

1. Der Ertrag. Um es vorweg zu nehmen, zur Erreichung von höheren Qualitäten ist er wichtiger als das Mostgewicht. Niedriger Ertrag darf aber nicht durch mangelhafte Nährstoffversorgung und nicht fachgerechte Bewirtschaftung entstanden sein. Dies führt zum Gegenteil. Dieser Grundsatz gilt allgemein, aber spezifisch gerade auch für die Erzeugung von Rotweinen.

Die Bedienung der Märkte verlangt nur in sehr engen Dimensionen die Bereitstellung sogenannter Kult- oder Spitzenweine. Sie sind ohne Zweifel die Banner badischer Weine. Wenn wir aber weiterhin wollen, dass Wein für alle Schichten der Bevölkerung zugänglich ist, so brauchen wir auch einfachere Weine für den kleineren Geldbeutel. Auch das kann man mit Spätburgunder. Dabei kommen wir an Erträgen über 100 kg/ar aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht vorbei. Dieselben sind aber unakzeptabel für TopRotweine. Dazu benötigen wir entsprechende Klone und auch das notwendige Qualitätsmanagement im Rebberg.

2. Die Qualität. Qualität ist weit mehr als Oechsle oder Mostgewicht. Es ist die Summe von Lage, Pflege der Anlage, Ertrag und gezieltes Qualitätsmanagement. Der Klon stellt die Genetik dazu bei. Ohne Gesundheit des Lesegutes kein schöner Rotwein. Lockerbeerigkeit ist sehr hilfreich, aber nicht allein dafür verantwortlich. Mostgewicht ist selbstverständlich wichtig. Es ist derzeit noch einziger Parameter in der Umsetzung der Traubenvergütung. Derzeit noch! Es wird sicher ein Umdenken kommen. Trauben zählen in die Kategorie der Obstfrüchte. Vitamine, Farbe, Geschmacksnuancen sind in der Schale abgelegt. Je kleiner die Beeren, um so höher der Anteil dieser Komponenten und desto geringer der Anteil des Saftes.

3. Reifezeit. Bleiben wir bei den Trauben als einer Obstart. Das früheste Obst ist selten das Beste.

Holt man aber später reifende Früchte zu früh, dann sind sie eben unreif. Das überträgt sich auch auf den Wein. Verschiedene Reifezeiten der Klone können Betriebsabläufe entzerren.

Das kann besonders für größere Anbauflächen der Sorte im Betrieb wichtig sein. Alleinige Flächen spätreifender Klone verführen zur zu frühen Lese.

Später reifende Klone mindern den Druck, in extrem schwierigen Erntezeiten alles auf einmal ernten zu müssen. Das ist einer der Hauptvorteile der sogenannten L-Klone.


Nachfolgend sind im Rahmen einer zukünftigen, marktorientierten Segmentierung der einzelnen Klone die einzelnen Kloneprofile dokumentiert. Die Profildarstellung zeigt die wesentlichen Stärken der einzelnen Klone. Bei der Abbildung der Trauben wurden, um auch die Größe der Trauben dokumentieren zu können, diese in ein verschieden farbiges Raster gelegt. Selbstverständlich gibt es auch bei den Klone am Stock verschieden große Trauben. Es wurde versucht, eine jeweils typische Traube darzustellen. Daraus resultieren auch nachfolgende Ertragsberechnungen, welche nur als Anhaltspunkt dienen können und jahrgangsverschieden sind

Messungen und Untersuchungen wurden im Herbst 2005 ausgeführt. Der rote Rahmen (200x140mm) signalisiert die Ertrag-Maxime einer Spätburgundertraube, neigt also zu hohem Ertrag. Der grüne Rahmen (170x120mm)liegt für normale Rotweine im Mittelfeld. Der gelbe Rahmen (140x90mm) bedeutet: Qualitätsmaximun, aber auch Gefahr für die Wirtschaftlichkeit, wenn es im Top-Bereich qualitativ nicht an den Markt gebracht werden kann. Das ermittelte Traubengewicht wurde nach der Formel: Traubengewicht in gr. x 18 = Stockertrag ermittelt. Es wurde von 45 Stock/ar ausgegangen. Versuchsansteller wissen, dass nach dieser Formel im Regelfalle höhere Erträge errechnet werden als in der Praxis tatsächlich vorhanden sind. Sie sind also mehr theoretischer Natur und geben eigentlich mehr die Relation wieder.

 

Rebe02

Das Bild verdeutlicht recht anschaulich, um was es bei der derzeitigen Klonezüchtung geht. Die Traube des Spätburgunder ist traditionell sehr dichtbeerig. Die Beeren zerquetschen sich durch das Beerenwachstum, Saft tritt aus und daraus entwickelt sich die Traubenfäule. Im Extremfall bei hohen Nachttemperaturen sogar die Essigbildung.Das Ziel der Klonezüchtung ist lockerbeerigere Typen zu finden, ohne den Charakter des Spätburgunderweines zu verändern.

Fortsetzung 2/3

aktualisiert am: 09.Oktober 2011

Logo1_ klein

Rebveredlung FRANK · Rebenhof · Nordweil · 79341 Kenzingen
Tel. +49 (0 76 44) 17 06 · Fax: +49 (0 76 44) 86 30 ·
Email: frank-reben@t-online.de

Logo1_ klein