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Veröffentlichung 2/3

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Die Profile der einzelnen Klone:

Frank 105 (F 105/7) erfüllte aus der Ausgangsgruppe die meisten und wichtigsten Anforderungen. Er besitzt eine sehr hohe Fäulnisresistenz. Die Mostgewichte sind deutlich überdurchschnittlich. Der Ertrag ist überdurchschnittlich. In Mengenjahrgängen muss je nach Verwendung mehr oder weniger ausgedünnt werden.

Die Botrytisfestigkeit beruht nicht, wie vielfach fälschlicherweise angenommen, aus Teilverrieselungen sondern aus der Einlagigkeit der Beeren im Traubengerüst. Die meisten, vor allem der älteren Klone, sind zweilagig. Dies bedeutet, dass Beeren im Traubengerüst sich gegenseitig überlagern und bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu faulen beginnen.

 

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Frank 105 Super (F105 S) ist ein Subklon aus F105. Die in den 70er –Jahren anvisierte Virenprüfung erforderte die Auswahl eines einzigen Stockes aus dem Bestand ( Zuchtnr. F105/54), ein Rebstock, der über die Jahre einer der ertragsbeständigsten war. Er erreicht in kritischen Situationen gegenüber dem F105 als Ausgangsklon nicht ganz die sehr hohen Botrytisresistenzen. Er ist dafür aber noch beständiger im Ertrag bei gleich hohem Mostgewicht. F105 S ist mit weitem Abstand zum am weitest verbreiteten Klon im Frank-Sortiment geworden.

 

Frank_105_S02

Frank Classic (F106/10/5) entstand aus dem in den 60er-Jahren ursprünglich beliebten ertragsreichen F 106, der aber bei der späteren Rotweinfavorisierung zu dichtbeerig und damit nicht genügend fäulnisresistent war.

Er besticht durch seine gleich hohe Botrytisfestigkeit wie F105S, besitzt aber deutlich kleinere Beeren. Im Hinblick auf den Ausgangsklon war dies ein eher seltener echter und augenscheinlicher Mutant.

Der Klon braucht im Anbau etwas Zeit, bis er sein Charakteristikum findet.

 

Frank_Classic02

Frank Charisma (F105/7/3) ist ein später Abkömmling des F105/7. Bei der Auslese standen 3 Dinge im Vordergrund. Die Lockerbeerigkeit sollte weiter gesteigert werden, der Ertrag reduziert und die der beim F105 typische Ableger im Schulterbereich entfernt werden. Er stört manchen Praktiker, obwohl meine Messungen gezeigt haben, dass er kein niedrigeres Mostgewicht zeigt, aber selbstverständlich den Ertrag beeinflusst.

Dies ist insgesamt gelungen. Das Mostgewicht konnte dabei nochmals etwas gesteigert werden. Es liegt etwa 2-3 Grad Oe über dem Ausgangsklon F105. Frank Charisma hat inzwischen besonders auch in 2005 in vielen Betrieben seine Bewährungsprobe bestanden.

 

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Frank Vision (F105/7/5) ist ein Schwesterklon von Frank Charisma. Er steht in seinem Ursprung in einer Anlage in Bleichheim nur wenige Meter von Charisma entfernt. Er besitzt die gleichen Eigenschaften wie Charisma. Seine Lockerbeerigkeit ist in Nuancen etwas stärker ausgeprägt als bei Charisma.

Sehr schlechte Blütejahre könnten ihm deshalb in Nuancen etwas mehr Probleme gegenüber dem Schwesterklon bereiten. Auch hier konnte der Schulterbereich geschmälert werden. Inzwischen gibt es auch bei diesem Klon ausgedehntere Praxiserfahrungen in verschiedenen Anbaubereichen. Dies gilt im Besonderen auch für den aktuellen Jahrgang 2005.

 

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Frank Pinot wurde auf Gemarkung Burkheim entdeckt. Er weicht in fast allen Kriterien deutlich vom Ausgangsklon F105 S ab. Erstmals ist es möglich geworden einen Mutanten zu finden, mit extrem kleinen Trauben und ebenso extrem kleinen Beeren. Seine Virusprüfung hat er erfolgreich hinter sich gebracht. Sein Ertrag kann für eine normale Verwendung nicht jeden befriedigen. Da das Mostgewicht nur unwesentlich höher ist, so ist es wohl schwierig, ein System für eine zufriedenstellende Traubenvergütung zu finden. Seine Verwendung dürfte dem sogenannten Kultbereich vorbehalten bleiben. Die Arbeit des Ausdünnens dürfte Vergangenheit sein. Der Klon ist noch zu jung, um schon fertige Weine vorstellen zu können.

Frank_Pinot02

Zusammenfassung: Der Spätburgunder ist vielfältiger, als wir glauben. Mit der Auswahl der Klone legen wir neben der Lage den ersten Baustein im Qualitätsmangangement. Eines der wichtigsten Kriterien - die Fäulnisstabilität - konnte deutlich verbessert werden. Die vorgestellten Klone entstammen sämtlich aus der Traditionsrichtung des Spätburgunders. Sie sind in der Reifezeit alle kompatibel. Trotzdem wird von Mischpflanzungen abgeraten. Die gesamte inner- und außerbadische Rebenpflanzguterzeugung hat Zugriff auf die vorgestellten Klone. Die Winzerschaft wäre gut beraten, nicht nur „den einen“ Klon anzubauen mit dem man schon länger eigentlich zufrieden ist oder war, sondern möglichst auf dem „ganzen Klavier“ der geeigneten Kloneauswahl zu spielen um sich eine gewisse Vielfalt in der Sorte zu erhalten.

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aktualisiert am: 09.Oktober 2011

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