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Resümee: Um es vorweg zu nehmen, es gibt nicht den “besten” Klon, genauso wie es nicht das “beste” Auto gibt. Zunehmend entscheidender ist die Frage: Was will ich für einen Wein erzeugen? Will ich einen einfachen Liter-Flaschen-Wein erzeugen, so brauche ich einen eher ertragreichen und sicher und beständig tragenden Klon, weil ein ertragsarmer Klon die Kostenstruktur zu sehr beeinflussen würde. Andererseits lässt sich mit einem hohen Traubenertrag von deutlich über100kg/ar kein Premium- oder Kultwein erzeugen - selbst dann nicht, wenn das Mostgewicht noch einigermaßen im Rahmen ist. Natürlich kann man auch ausdünnen, ist aber letztlich sehr arbeitsintensiv.
Ein anderes Entscheidungskriterium ist das Anbauverhältnis innerhalb der Sorte Blauer Spätburgunder oder in der Rotweinfläche ganz allgemein. Ein Familienbetrieb mit Schwerpunkt Spätburgunder und einer Anbaufläche von 5 - 10 ha
Spätburgunder tut sicher gut daran, sich nicht nur an einem einzigen Klon zu orientieren. Er wird sich sicher dann die Anbaufläche so aufteilen, dass fäulnisgefährdete aber für das Charakterbild der Weine wichtige Klone gepaart sind mit
später reifenden und fäulnisstabilen Klone, so wie man das von den Marienfelder-Abkömmlingen, den sogenannten L-Klone her kennt. Erfahrungsgemäß nicht gut beraten ist ein Winzer, der nur eine einzige oder wenig Spätburgunderfläche besitzt
und dazu einen spätreifenden Klon anbaut. In aller Regel wird dieser Klon dann doch zu früh geerntet, weil man sich von der allgemeinen Ernteeuphorie anstecken lässt. Auch die Lage ist ein wichtiges Kriterium. Erstklassige Lagen
oder/und mit entsprechender Durchlüftung sind für fäulnisgefährdete Klone sicher besser geeignet als sogenannte Grenzlagen für den Spätburgunder. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist die Vielfalt der genetischen Variabilität. Es ist
wohl nicht bewiesen, aber denkbar, dass die Vielfalt der Genetik durch den Anbau von mehreren Klone die Qualität der Weine positiv beeinflusst. Überlegungen dieser Art beziehen sich auch auf eine längere Haltbarkeit der Weine. Im
nachfolgenden Bild wird mit einer einzigen Aufnahme die Unterschiedlichkeit zweier Klone bei der Trauben- und Beerengröße dokumentiert.
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